{"id":26156,"date":"2018-06-06T14:30:35","date_gmt":"2018-06-06T14:30:35","guid":{"rendered":"http:\/\/hansschmidt.de\/?p=26156"},"modified":"2018-06-14T14:11:26","modified_gmt":"2018-06-14T14:11:26","slug":"vom-linearen-zum-voluminoesen-schrift-geschrieben-von-hans-schmidt-von-stefan-soltek-klingspor-museum-offenbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hansschmidt.de\/?p=26156","title":{"rendered":"Stefan Soltek: Vom Linearen zum Volumin\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-26166\" src=\"http:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_9AtFischer_Inh_neu-262x300.jpg\" alt=\"\" width=\"262\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_9AtFischer_Inh_neu-262x300.jpg 262w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_9AtFischer_Inh_neu-768x881.jpg 768w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_9AtFischer_Inh_neu-893x1024.jpg 893w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_9AtFischer_Inh_neu-610x700.jpg 610w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_9AtFischer_Inh_neu-1080x1239.jpg 1080w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_9AtFischer_Inh_neu.jpg 1407w\" sizes=\"(max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/> <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-26170\" src=\"http:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_13AtFischer_Inh_neu-271x300.jpg\" alt=\"\" width=\"271\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_13AtFischer_Inh_neu-271x300.jpg 271w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_13AtFischer_Inh_neu-768x849.jpg 768w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_13AtFischer_Inh_neu-926x1024.jpg 926w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_13AtFischer_Inh_neu-610x674.jpg 610w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_13AtFischer_Inh_neu-1080x1194.jpg 1080w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_13AtFischer_Inh_neu.jpg 1959w\" sizes=\"(max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/> <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-26172\" src=\"http:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_15AtFischer_Inh_neu-157x300.jpg\" alt=\"\" width=\"157\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_15AtFischer_Inh_neu-157x300.jpg 157w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_15AtFischer_Inh_neu-768x1469.jpg 768w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_15AtFischer_Inh_neu-535x1024.jpg 535w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_15AtFischer_Inh_neu-610x1167.jpg 610w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_15AtFischer_Inh_neu-1080x2065.jpg 1080w, https:\/\/hansschmidt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/71303_15AtFischer_Inh_neu.jpg 1095w\" sizes=\"(max-width: 157px) 100vw, 157px\" \/><\/p>\n<p>Ausstellung im Klingspor Museum Offenbach<\/p>\n<p>9. M\u00e4rz bis 13. April 2008<\/p>\n<p>VOM LINEAREN ZUM VOLUMIN\u00d6SEN<\/p>\n<p>SCHRIFT, GESCHRIEBEN VON HANS SCHMIDT<\/p>\n<p>Doch Euch des Schreibens ja beflei\u00dft,<br \/>\nAls diktiert\u2019 Euch der Heilig\u2019 Geist!<br \/>\n(Goethe, Faust)<\/p>\n<p>FORM\u2026<br \/>\nRuhig, bestimmt, gemessen \u2013 die Ausstrahlung, die von dem nun 85j\u00e4hrigen K\u00fcnstler Hans Schmidt ausgeht, l\u00e4sst tief verwurzelte Souver\u00e4nit\u00e4t erkennen. Wer mit diesem Eindruck auf seine Wort- Kompositionen schaut, zumal die skulpturalen, versteht umso deutlicher deren klar gegliederten Aufbau, ihre sichere Konzeption, ihre Festigkeit. Manche sind gar nicht besonders gro\u00df, andere ragen beachtlich, \u00fcbermannshoch auf,\u2013 monumental sind sie alle, wenn damit nicht das \u00c4u\u00dfere, sondern jene innere Monumentalit\u00e4t gemeint ist, die viel entscheidender f\u00fcr die \u00fcberzeugende, substantielle Wirkkraft des Werks ist.<\/p>\n<p>Weitere Betrachtungen der Person f\u00f6rdern Facetten zu Tage: hier und da ein kaum merkliches Anhalten im ansonsten wohl gesetzten, beherrscht artikulierten Redefluss; ein Z\u00f6gern im Mienenspiel, und dann ein feinsinniges L\u00e4cheln um den Mund. Da entdeckt sich der Spielraum f\u00fcr Toleranz, f\u00fcr die Bereitschaft zur Abweichung vom Festgelegten, f\u00fcr \u00d6ffnung gegen\u00fcber dem so nicht Erwarteten. Es ist diese Feingliedrigkeit, Feinlinigkeit, die bei aller Gef\u00fcgtheit seiner Kompositionein den Grundton wie ein selbstbewusst vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngendes Krakelee einbricht. Immer wieder faszinieren diese Liniengespinste, gleich ob streng geometrisch konstruiert oder als unruhig ausfingerndes M\u00fcndungsdelta vernetzt. Es zeugt von der Erfahrung und Vorstellungskraft Schmidts, wie er dabei den Buchstaben Figur gibt, sie genau so in der Schwebe h\u00e4lt, dass sie als Hinf\u00fchrung zum Lesen, aber nicht als Lesezeichen unmittelbar funktionieren. Lesen, von lateinisch: legere, Auflesen \u2013 Merkmal der Aneignung, die Zeit braucht und dadurch zum Verst\u00e4ndnis erweiternden Mitvollzug der Schreibbewegung wird.<\/p>\n<p>Stabilit\u00e4t, Statuarik einerseits \u2013 Fragilit\u00e4t und Grazie andererseits. Im Gegensatz kommt der Spannungsreichtum im Oeuvre von Hans Schmidt zur Sprache. Schmidt ist ein K\u00fcnstler des Schriftlichen, des festgelegten Zeichens wie des selbstbestimmten Zeichnens. Dabei hat er \u00fcber Jahrzehnte hinweg eine nur ihm eigene Dialektik im Erkunden der Schrifterscheinungen betrieben, die zwischen dem Volumen des K\u00f6rpers und der feinst gestrichenen oder gezogenen, ausgesparten oder eingetieften Linie korrespondiert: Wechselgespr\u00e4ch zwischen den Polen \u2013 und das l\u00e4sstden Suchenden nicht m\u00fcde werden, immer neues Formenrepertoire zu erforschen.<\/p>\n<p>Auf Papier gezeichnet, gedruckt, in Holz geschnitzt, in Metall geschnitten, in teigige Tonmasse eingedr\u00fcckt \u2013 Hans Schmidt erweist sich als unersch\u00f6pflicher Meister der Materialien. Allem gewinnt er, genau kalkulierend oder intuitiv, jenes Spezifikum ab, das im Moment der jeweiligen Schaffensweise als Mittel zur Form taugt. Weichheit und W\u00e4rme, Gl\u00e4tte und K\u00fchle, Helligkeit und Dunkel, hoch aufstrebend zur stabartigen S\u00e4ule, breit gelagert als tabula ansata \u2013 Stofflichkeit in der ausgesuchten Beziehung zur Form macht sich Hans Schmidt fast nach Belieben zunutze, ohne je die eigene Stilistik zu verlieren. Stets ist er mit dem Kern seiner selbst zugegen, bedient sich dabei \u2013 als w\u00e4re es seine Signatur \u2013 ungeachtet aller materialen Vielfalt nur einer einzigen Konstante: der Versalie. Die Gemeinen bleiben ausgeklammert. Immer im Gro\u00dfgeschriebenen verbleibend, steigert sich nur umso markanter die Variabilit\u00e4t im Kontext von Form und ihrer stofflichen Ausf\u00fchrung. Gleich in welcher Dimension \u2013 gleichrangig rangiert die bis an die Grenze der Erstarrtheit versachlichte Form neben der geradezu oszillographisch das Temperament des Protagonisten abtastenden Linie; Linie, die im Auf- und Niederfahren Lesart evoziert, die als Haarriss durch Fl\u00e4che oder Kubus f\u00e4hrt. Schriftlinie als Verlaufslinie, als Lebenslinie, mit den verbl\u00fcffendsten Ausschl\u00e4gen, Winkelungen, Steigungen und Abl\u00e4ufen \u2013 alles k\u00fcndet unverstellt und eindeutig von dem am Schriftkanon entlang sp\u00fcrenden Hans Schmidt.<\/p>\n<p>In Leipzig erlebte Hans Schmidt das akademisch geschulte Regelwerk der Schrifteleganz Walter Tiemanns. Au\u00dferdem lernte er die unstillbare Schreiberhand Rudo Spemanns kennen. Doppelt so alt, war Spemann ihm, dem jungen Soldaten, nicht lange aber intensiv vertraut und Vorbild im Sich-Verzehren-K\u00f6nnen f\u00fcr die Anziehungskraft kunstvollen Aufnotierens. Demgegen\u00fcber hatte Hans Schmidt aber auch Rudolf Koch im Gep\u00e4ck, dessen Alphabetbuch er als Quelle benennt. Und gerade Kochs Hingabe an den unbedingten Willen zu Formen der eigenen Individualit\u00e4t, an immer wieder \u00fcberraschend eigenst\u00e4ndige, ja widerst\u00e4ndige Schriftbilder und -schnitte, sollte auf Hans Schmidt einen bleibenden Eindruck machen. Schmidt formulierte es w\u00e4hrend seiner Zeit als Dozent an der Offenbacher Hochschule f\u00fcr Gestaltung einmal so: \u201eIn der Herausarbeitung des Pers\u00f6nlichen, nicht in der Z\u00fcchtung des Perfekten, sehe ich die Chance f\u00fcr den Schriftunterricht und das Schreiben.\u201c Schreiben des Eigenen als das eigentliche Schreiben \u2013 das liest sich als Pr\u00e4misse aus all seiner Arbeit heraus. \u201eEigensinn macht Spass\u201c hatte Hermann Hesse formuliert.<\/p>\n<p>Das Gl\u00fcck wollte es, im Zuge der Arbeit bei der Eggebrecht Presse in Mainz einem jungen, ganz anderen Charakter zu begegnen \u2013 Helmut Schmidt Rhen. An der systematisch seriellen Arbeitsweise des in<br \/>\nKassel bei Hans Hillmann ausgebildeten Grafikers und Malers bemerkt Hans Schmidt die F\u00e4higkeit zur konstruktiven Umgangsweise mit dem Buchstaben und seiner Verf\u00fcgung zu Wort, Zeile und Textblock. Pr\u00e4missen, die in den 60er Jahren, im Nachleben zu Bauhaus und Schweizer Sachlichkeit Vorrang haben. Und einen zweiten Gestalter und K\u00fcnstler, Klaus Staudt \u2013 auch er Dozent an der Hochschule f\u00fcr Gestaltung \u2013, nennt Schmidt als ihm in dieser Hinsicht bemerkenswerten Gegen\u00fcber. Es zeugt von der hellwachen Aufnahmebereitschaft Hans Schmidts, diese verschiedenen Quellen und Anregungen aus unterschiedlichen Zeitphasen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern einzubinden in eine Sprache der Textur, die aus heterogenen Komponenten Einheit herzustellen wei\u00df.<br \/>\nBis in die Gegenwart atmen seine Arbeiten diesen Habitus von Geschlossenheit und Tektonik einerseits und Fragilit\u00e4t andererseits. Eins greift ins andere, vergleichbar mit einer fiktiven Verschmelzung von Figuren Eduardo Chillidas und Alberto Giacomettis. Hans Schmidt h\u00e4lt in seinen Arbeiten mit seiner Zeit Schritt und bleibt doch der Vergangenheit verbunden. Er kn\u00fcpft bei Rudolf Koch an, und kann sich gleichwohl seinen eigenen Weg in die Geschichte der elementaren Schweizer Typografie bahnen. F\u00fcr den Reliefbildner wie f\u00fcr den Zeichner gilt: Schrift erf\u00e4hrt im<br \/>\nWerkprozess von Hans Schmidt jedenfalls eine Metamorphose, hin zu einer Erscheinungsform, die den Kalligrafen sowenig entspricht wie den Typografen, sondern sich als Abzweig mit eigenen Trieben und Bl\u00fcten sehenswert entwickelt hat.<\/p>\n<p>Noch einmal Rudolf Koch zu erw\u00e4hnen, ergibt sich aus einer f\u00fcr das Formale abschlie\u00dfenden Betrachtung des Wechselverh\u00e4ltnis\u2019 von Schrift und Tr\u00e4gerform. Denn es war Koch, der bei aller Meisterschaft der Handschrift und der Typografie f\u00fcr das Buch auch gr\u00f6\u00dferformatige Papierarbeiten von gro\u00dfem Reiz fand. Sein gewaltiges Bergpredigt-Kreuz, 1922 mit Tusche auf ein Rechteck von 93&#215;68 cm geschrieben, belegt dies eindrucksvoll. Gr\u00f6\u00dfer noch sind die Teppiche, die er zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Werkstattgemeinschaft schuf. Die gut 2.50 m hohen Gewebe, mit Versalien bestickt, halfen ihm, sein Bed\u00fcrfnis nach gro\u00dfem Format der Schrift, zu lesen als Signal an den W\u00e4nden von R\u00e4umen, Kirchenr\u00e4umen zumal, zu stillen. Auch Hans Schmidt ist der Gestaltung von Schriftz\u00fcgen auf Teppichen nachgekommen; auch diese als Wandbilder zur Ansprache an den im Raum Stehenden, vom Raum eingestimmten Leser gedacht.<br \/>\nEin Schriftteppich Schmidts von 1959 (gewebt von Gret Mohrhardt und Inge Richter) inszeniert die Aussage:<br \/>\n\u201eEs gibt keine Grenzen der Dinge\u201c<br \/>\n(Christian Morgenstern, Stufen, 1918).<\/p>\n<p>\u2026UND INHALT<br \/>\nMit Rudolf Koch und Rudo Spemann teilt Hans Schmidt im Grunde dasselbe christlich gepr\u00e4gte Weltbild. Inhalte, die er schriftlich ins Bild setzt, stammen nichtimmer aus religi\u00f6sen Textquellen, doch auch jene, die profaner Natur sind, folgen einem roten Faden von Wertverst\u00e4ndnis, das in der Vorstellung von Gott, Transzendenz und einer Lebensweise bestimmt ist, die sich gegen Widerst\u00e4nde von materieller und seelischer Not durchsetzt. Dazu geh\u00f6rt, Kargheit zu Freiheit zu sublimieren und Verantwortung f\u00fcr ein beharrliches Festhalten am Leben. Eine seiner j\u00fcngsten Arbeiten setzt dazu einen nochmaligen, h\u00f6chst ausgefallenen Akzent. NACKT\u2013 Aus vier Quadern ist jeweils einer der Buchstaben (das c ist einem Henkel gleich an das K angef\u00fcgt) herausgearbeitet. Die klare Rahmenkontur des<br \/>\nW\u00fcrfels erhaltend, zeichnen sich im Inneren die Lettern, wie auf ihr Wesentliches skelettiert, ab; so, dass derKubus \u2013 wie entkernt \u2013 durchbrochen und diaphan erscheint \u2013 nackte Lettern, nackter Raum. Mehr als n\u00fcchternes Konstatieren, trotz der klinischen Pr\u00e4zision der Formen, deutet sich auch, unterst\u00fctzt von der laut schreienden Farbe, ein Hiobsches klagend- mahnendes Aufzeigen von existenzieller Entledigung aller \u00c4u\u00dferlichkeit an \u2013 bis auf das blank liegende Minimum k\u00f6rperlichseelischen Seins. WAHRHEIT und KLARHEIT\u2013 auch die fr\u00fcher entstandenen Stelen zielen auf Kl\u00e4rung von<br \/>\nElementarem. Helle, fast reinwei\u00dfe im Quadrat angelegte Scheiben sind zu den einzelnen Buchstaben anund eingeschnitten, gerade so weitgehend, dass aus erkundender Betrachtung allm\u00e4hlich ein Entziffern, dann Lesen werden kann. Vom Auge auf-, vom Empfinden an-, vom Verstand wahrgenommen \u2013 derart gestuft steuert der Schriftbildner seine Letternfolgen und ihre Bemerkung als Wort.<br \/>\nSo erzeugt er dem einzelnen Wort die Aura seiner Begreifbarkeit, die Sinn und Sinnlichkeit konsolidiert.<\/p>\n<p>Eine gr\u00f6\u00dfere Wortversammlung bringen Sentenzenmit sich. Gleichwohl knapp gehalten, wollen sie umso markanter auf Allgemeines von Belang aufmerksammachen. Immer wieder begegnen wir Aussagen im Werk des Schriftk\u00fcnstlers, die vom Wandel und der Verg\u00e4nglichkeit der Dinge handeln. Wie antipodische Vorzeichen in steter Spannung, fassen zwei Plastiken auf dem Sitzplatz im Garten seines Hauses alles zusammen:<\/p>\n<p>MEMENTO MORI liest sich die mehr als mannshohe Stele, aus streng stilisierten Letternquadraten errichtet. Dagegen weich, fast schmiegsam erscheinen die im Rund auf einer Tischplatte liegenden, tief in Tonquader eingedr\u00fcckten Buchstaben LEBEN. Das Wesen des Prozesses, der Entwicklung, von Starten, Zielen und Ankommen \u2013 immer scheint ein Suchen, ein Aus- und Absuchen auf. Hans Schmidt schafft sichtlich Homogenit\u00e4t zwischen Inhalt und Formgestehung, denn eben diese beschreibt er als Leitmotiv, als immerw\u00e4hrenden, neu anzugehenden Versuch.<\/p>\n<p>Der Weg, auf dem er sich insofern sch\u00f6pferisch bewegt, ist von der \u00dcberzeugung des Sch\u00f6pferischen selbst, des Sch\u00f6pfers selbst, getragen; und zwar so, als k\u00f6nnte selbst der Tod, nur die im Moment zugespitzteVoraussetzung f\u00fcr einen weiteren Versuch sein.<\/p>\n<p>Stefan Soltek, Klingspor Museum Offenbach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellung im Klingspor Museum Offenbach 9. M\u00e4rz bis 13. April 2008 VOM LINEAREN ZUM VOLUMIN\u00d6SEN SCHRIFT, GESCHRIEBEN VON HANS SCHMIDT Doch Euch des Schreibens ja beflei\u00dft, Als diktiert\u2019 Euch der Heilig\u2019 Geist! 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